EF-Versicherungsmakler OHG
Kelterweg 1
72172 Sulz

Fon 07482 913770
Fax 07482 913771
Email: info@DerVersicherungsvergleich.info

Unser Team

Alexander Esslinger,Versicherungsfachmann BWV - 22 Jahre Berufserfahrung
Alexander Esslinger

Robert Frittrang, Versicherungsfachmann BWV - 17 Jahre Berufserfahrung
Robert Frittrang

Andrea Esslinger, Büroassistenz
Andrea Esslinger

Abstrakte und konkrete Verweisung

Das Versicherungsvertragsgesetz erlaubt den Versicherungsunternehmen recht unterschiedliche Definitionen des Begriffs "Berufsunfähigkeit".
Eine für die versicherte Person ungünstige Variante lautet z.B.:

"Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich mindestens 3 Jahre außerstande ist, seinen zuletzt vor Eintritt des Versicherungsfalles ausgeübten Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben, die aufgrund seiner Ausbildung und Erfahrung ausgeübt werden kann und seiner bisherigen Lebensstellung entspricht."

Wegen der Formulierung "oder eine andere Tätigkeit auszuüben" kann nämlich das Versicherungsunternehmen in diesem Fall die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente verweigern.

Hier spricht man von der sogenannten abstrakten Verweisung. Das Versicherungsunternehmen stellt lediglich fest, dass es noch einen Beruf gibt, den die versicherte Person ausüben könnte. Ob ein solcher freier Arbeitsplatz überhaupt in der Region angeboten wird, spielt aber keine Rolle. Das Arbeitsmarktrisiko trägt also vollständig die versicherte Person!

Um dies zu vermeiden, empfehlen wir jedem Interessenten, beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung darauf zu achten, dass der Versicherer auf das Recht der abstrakten Verweisung verzichtet.


Eine für die versicherte Person günstige Variante könnte z.B wie folgt lauten:

"Vollständige Berufunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich mindestens 6 Monate außer Stande ist, ihren zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgestaltet war, auszuüben."

Weniger problematisch ist die sogenannte konkrete Verweisung. Im Gegensatz zur abstrakten Verweisung, bei der allein die Existenz eines Verweisungsberufes für eine Leistungsverweigerung ausreicht, muss bei der konkreten Verweisung die versicherte Person eine berufliche Tätigkeit tatsächlich ausüben und die ausgeübte Tätigkeit muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Die Voraussetzungen können wie folgt lauten:

                    • der konkret ausgeübte Beruf der Ausbildung und Erfahrung der versicherten Person entspricht,
                    • die soziale Wertschätzung dem vor Eintritt der BU ausgeübten Beruf entspricht und
                    • in den Bedingungen ein fester Prozentsatz von maximal 20 % für die zumutbare
                      Einkommensminderung festgeschrieben ist.

Mit Hilfe der konkreten Verweisung kann der Versicherer die Zahlung einer BU-Rente also nur verweigern, wenn die versicherte Person aus eigenem Entschluss tatsächlich eine berufliche Tätigkeit ausübt und diese Tätigkeit auch seiner bisherigen Lebensstellung entspricht. In diesem Fall hat ja die versicherte Person ihr geregeltes Einkommen und ist nicht auf die Zahlung der BU-Rente angewiesen.